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Kompetenzorientierte Schulung im Mittelstand: Ein strukturierter Ansatz für nachhaltige Sicherheit

27. März 2026

Kompetenzorientierte Schulung im Mittelstand: Ein strukturierter Ansatz für nachhaltige Sicherheit

In der betrieblichen Praxis, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen, zeigt sich wiederholt, dass reines Faktenwissen allein nicht ausreicht, um Sicherheitsrisiken wirksam zu begegnen. Entscheidend ist vielmehr die systematische Befähigung der Mitarbeitenden, sicherheitsrelevante Situationen zu verstehen, angemessen zu handeln und ihre Entscheidungen fundiert zu begründen.

Vor diesem Hintergrund setzt unser Schulungskonzept an: Es zielt auf die Entwicklung kompetenter Personen ab und basiert auf drei aufeinander aufbauenden Kompetenzdimensionen – der konzeptionellen, prozeduralen und interpretativen Kompetenz.

Konzeptionelle Kompetenz
Den Ausgangspunkt bildet die konzeptionelle Kompetenz, die in unserem Basislernpfad vermittelt wird. Diese Kompetenzstufe umfasst das grundlegende Verständnis von Sicherheitsbedrohungen sowie deren systematische Einordnung. Teilnehmende erwerben zunächst relevantes Faktenwissen, beispielsweise zu typischen Gefahrenquellen und Schutzmaßnahmen, und entwickeln die Fähigkeit, Risiken zu erkennen und deren potenzielle Folgen abzuschätzen.

Prozedurale Kompetenz
Auf dieser Grundlage baut die prozedurale Kompetenz auf. Ihr Fokus liegt weniger auf reinem Faktenwissen, sondern auf der Umsetzung in konkretes Handeln. Teilnehmende lernen, geeignete Maßnahmen auszuwählen und anzuwenden. Die prozedurale Kompetenz beschreibt damit die Fähigkeit, konzeptionelles Wissen in handlungsrelevante Maßnahmen zu überführen, einschließlich der Auswahl und Anwendung passender Verfahren. Erst durch diese Verbindung von Wissen und Handlung entsteht ein spürbarer Mehrwert für den Arbeitsalltag.

Interpretative Kompetenz
Die höchste Kompetenzstufe bildet die interpretative Kompetenz. Sie erweitert die bisherigen Dimensionen um die Fähigkeit, die situativen Aspekte von Sicherheitsbedrohungen zu erkennen und daraus den jeweils optimalen Handlungsweg zur Risikominderung abzuleiten. Teilnehmende sollen nicht nur wissen, was zu tun ist und wie Maßnahmen umzusetzen sind, sondern auch, warum bestimmte Handlungen in einer konkreten Situation sinnvoll sind. Dies umfasst zudem die Fähigkeit, bei Bedarf ergänzende Maßnahmen eigenständig zu identifizieren und einzuleiten.

Unser didaktischer Ansatz
Didaktisch setzen wir dabei bewusst auf einen gestuften Lernpfad. Während im Basislernpfad die konzeptionelle Kompetenz im Vordergrund steht, werden im Aufbaulernpfad gezielt die prozedurale und interpretative Kompetenz weiterentwickelt. Ein zentrales Element ist dabei die Arbeit mit praxisnahen Fallbeispielen. Anhand konkreter Situationen lernen die Teilnehmenden, ihr Wissen anzuwenden, Entscheidungen zu treffen und diese zu begründen. Dies erleichtert nicht nur den Transfer in den Arbeitsalltag, sondern macht auch deutlich, wie die verschiedenen Kompetenzdimensionen ineinandergreifen.

Ein besonderes Merkmal unseres Konzepts liegt darin, dass die interpretative Kompetenz darüber hinaus gezielt auf die individuellen Gegebenheiten des eigenen Unternehmens angewendet werden kann. Führungskräfte werden dazu angeregt, den aktuellen Stand in ihrem eigenen Unternehmen zu reflektieren, bestehende Prozesse zu hinterfragen und mögliche Schwachstellen zu identifizieren. Darauf aufbauend werden, sofern erforderlich, konkrete Maßnahmen abgeleitet, die zur Verbesserung der Sicherheitslage beitragen können. Auf diese Weise wird die Schulung nicht nur zu einem Lernangebot, sondern zu einem Impulsgeber für die Weiterentwicklung der betrieblichen Praxis.

Insgesamt zeigt sich, dass nachhaltige Sicherheit nur dann erreicht werden kann, wenn alle Beschäftigten im Unternehmen über ein Zusammenspiel aus Verstehen, Anwenden und Bewerten verfügen. Die systematische Entwicklung dieser Kompetenzen ermöglicht es, auch in neuen oder unerwarteten Situationen angemessen zu reagieren und Sicherheitsrisiken wirksam zu reduzieren.

Die Autorin
Bild von Verena Zengerle

Verena Zengerle

Universität Hohenheim

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